Kunst-Quartett

Kunst-Quartett

Prima Idee, nach all dem Gezocke an den Kunstmärkten, den Hypes und Crashes, den atemlosen Überholmanövern und Rekordpreisjagden wieder einmal nachzudenken. Das hatte es in zwanzig Jahren Bundeskunsthalle überhaupt noch nicht gegeben: ein Diskurs über Kunst.

Nun sah sich Robert Fleck unversehens in der Rolle des Marcel Reich-Ranicki. Bis zu seiner Ernennung zum Intendanten der Bundeskunsthalle vor gut einem Jahr durfte man ihn zu den best-beschlagenen Journalisten zählen, seine Leidenschaft zum Diskurs, zur kritischen Auseinandersetzung mit Kunst, ihren Ansprüchen und besonderen Bedingungen war hellwach. Doch die Runde, zum Quartett geschrumpft, Udo Kittelmann hatte kurzfristig abgesagt, kam nicht richtig in Fahrt. Fleck mit der Dreifachrolle als einladender Gastgeber, Kurator und Moderator überfordert, blieb diplomatisch. Die Frage, wer denn wen in der Hand hat - die privaten Sammler die Museen? Oder doch gerade umgekehrt? hätte als Vorlage für eine spannende Auseinandersetzung allemal gereicht.

Fleck hatte mit Marion Ackermann (Kunstsammlung NRW), Kasper König (Museum Ludwig, sein Vertrag wurde unlängst bis zum 30. November 2012 verlängert) und Harald Falckenberg drei prominente Schwergewichte in die Ausstellung “Neugierig?” geladen: drei Kunsthistoriker, an drei renommierten öffentlichen Kunsthäusern angestellt, gegen einen privaten Sammler, der ein Privatmuseum betreibt. Ob die Schwäche der öffentlichen Kunstinstitutionen nicht allein aus der Schwäche der öffentlichen Haushalte resultiert, sondern aus der Krise der Kunstwissenschaft, wurde gar nicht erst diskutiert. Harald Falckenberg, der erst jüngst in mäzenatische Absicht zwei Kunstverlage übernommen hat, um den Diskurs über Kunst neu zu beleben, übernahm wie selbstverständlich die Gesprächsleitung.

Der Film zeigt Ausschnitte der Podiumsdiskussion und Einblicke in die Ausstellung “NEUGIERIG?” in der Bundeskunsthalle Bonn.



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