▶ Findet Nemo!

Comics, Filme und Träume von Winsor McCay

von Nathalie Dimic

 

 

Winsor McCay: Nemo „Meermädchen“ (Detail), 1906

 


Nein, nicht Nemo, den kugeligen Regenbogenfisch, sondern Nemo, den kleinen Niemand im Schlummerland. Ab 1905 erschien die Comic-Serie „Little Nemo in Slumberland“ wöchentlich in der Tageszeitung New York Herald und begeisterte damals wie heute ein breites Publikum. In jeder Folge wurde eine neue abenteuerliche Geschichte erzählt, wie der kleine Junge Nemo im Schlaf versucht, nach Schlummerland zu kommen und dabei immer wieder in gefährliche und ausweglose Situationen gerät, aus denen er sich nicht mehr retten kann. Erst das letzte Bild des Comics erlöst den kleinen Nemo (und so manchen Leser) indem es zeigt, wie er aus seinem Alptraum erwacht und von seinen Eltern getröstet wird. Little Nemo gehört zu den Klassikern des frühen Comics und zeichnet sich durch seine umfassende Darstellung surrealer Traumwelten aus, deren Dramatik von Bild zu Bild wächst. 

 

Winsor McCay: Nemo „Palast Anamorphose“, 1908


Sein Erfinder ist Winsor McCay (1869–1934), einer der wichtigsten Zeichner des 20. Jahrhunderts, der das noch junge Medium der Comics maßgeblich geprägt hat. Seine innovativen Bildfindungen, cinematographischen Perspektiven und die surrealistischen Inhalte prägen das Werk und lassen es bis in die Gegenwart hinein lebendig und zeitgemäß erscheinen. McCay setzt sich in seinen Zeichnungen immer wieder mit menschlichen Manien, Träumen und Alpträumen auseinander und das Erfolgsgeheimnis ist: Jeder kennt die Ängste und Träume des kleinen Niemands, aber keiner möchte ein Niemand sein!


McCays künstlerisches Schaffen beschränkt sich aber nicht nur auf Printmedien, sondern auch der Film wird bereits in seinen Anfängen von ihm als gestalterisches Mittel erkannt und was kaum einer weiß, die ersten Zeichentrickfilme der Filmgeschichte 1911 und 1912 stammen von seiner Hand.Winsor McCay hat die technische und ästhetische Entwicklung des Films maßgeblich mitgeprägt und seine Comic-Zeichnungen sind bis heute unübertroffen.Das Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf widmet dem Comic-Künstler und Zeichentrickpionier eine erste retrospektiv angelegte Ausstellung. Und wir sagen: Das wurde auch höchste Zeit!

 

 

Winsor McCay – Comics, Filme, Träume
Burg Wissem
Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
15.01.2012–04.03.2012

 

 

Winsor McCay: Nemo „Tür zum Slumberland“, 1906 Winsor McCay: Nemo „Elefanx Klone“ (Detail), 1906

Winsor McCay: Nemo “Valentinex/Grotesken” (Detail), 1906

 

 


01.02.2009 10:44 (Kommentare: 0) | Weiterempfehlen

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