▶ Vera Lossau
„Sag ja zum Phantom!“
Wir wollten Vera Lossau treffen und fragten sie, um der gewöhnlichen Ateliersituation zu entkommen, nach einen Wunschort für unser Gespräch. Sie kannte den Ort schon: die Buchhandlung im Untergeschoss der Düsseldorfer Kunsthalle. Eigentlich ein riesiges Schaufenster , das sich über die gesamte Längsseite des Betonkubus erstreckt. Wir kamen nach Ladenschluss, Nighthawks zwischen den ungelesenen Büchern in den Regalen und in den Auslagen. Wir wollten sprechen mit der Künstlerin, der es vor allem um Kunst als Sprache geht, also um eine Visualisierung von subtilen Beobachtungen und Inhalten, die gesprochene Sprache meist nur unvollkommen oder verzerrt erfasst. Lossaus prinzipielles Mißtrauen gegenüber den Konventionen der Sprache ist ein Urgrund ihrer Kunst. Wie also sprechen mit ihr inmitten von Büchern?
Das Unerwartete, auch Ungewöhnliche, Verstörende und Befremdliche läßt „freudige Funken“ entstehen, die losgelöst von der gewöhnlichen Sicht und alltäglichen Betrachtungsweise, befreit von räumlichen und zeitlichen Zuordnungen, zu einem Feuerwerk an Ideen und Assoziationen werden. Aber Funken in Buchhandlungen können Alarm auslösen. Vera Lossau blieb gelassen und geistesgegenwärtig. Analytisch klar, poetisch aufgeladen, subversiv wirkend wie ihr uneingrenzbares Werk – Objekte, plastische, skulpturale Formen, Malereien, Fotoarbeiten, Videofilme, Installationen, Performances und ihre Transformationen – folgte sie den Fragen, um unerwartete Antworten zu finden.
„Sag ja zum Phantom!“ hat Vera Lossau über ihren „konstruktiven Nihilismus“ geschrieben. „ ... Sag ja, denk Dir eine Form, einen Geschmacksverstärker, etwas, das Konturen schafft, etwas, das es schafft eine Dissonanz zu halten, damit wir nicht zu schnell allem anderen gleichen und vom warmen Nichts geschluckt werden.“
aktuelle Ausstellungen
Vera Lossau. Age of Base. Galerie Rupert Pfab 13. Jan. bis 25. Feb. 2012
Bronner Residency. Die Stipendiaten. Jungen Künstlerinnen und Künstler im Deutsch-Israelischen Dialog. KIT Kunst im Tunnel, Düsseldorf, 11. Feb. – 9. April 2012
Besonderer Dank an:
Buchhandlung Walther König, Carolyn Vieth, Galerie Rupert Pfab, Rupert Pfab, Maria Wildeis und Astrid Piethan
© Photographien im Film: Hans-Jörg Uhl, Achim Kukulies und Tamara Lorenz
Fotos/Arbeiten: courtesy Galerie Rupert Pfab
28.01.2012 11:31 (Kommentare: 1) | Weiterempfehlen






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Kommentar von Josef | 28.01.2012
hi Vera...very impressive...didn't understand much but it looks like a great interview..congratulations...